Licht und Schatten im Glaspalast: Zirndorfer Leichtathleten zwischen Gold-Coup und dem Hauch eines Finalplatzes
Die Deutschen Jugendhallenmeisterschaften in Sindelfingen boten am vergangenen Wochenende eine beeindruckende Kulisse für knapp 1.700 Athletinnen und Athleten. Für das Team des TSV Zirndorf wurde das Event im Glaspalast zu einer emotionalen Achterbahnfahrt, die von taktischer Finesse, neuen Bestmarken und dem Quäntchen fehlendem Glück geprägt war.
Den Auftakt über die 400 Meter machte Mika Gutsche, der ein taktisch schwieriges Rennen erlebte. Obwohl er nahezu exakt das gleiche Renntempo wie in seinen vorherigen Wettkämpfen einschlug, fand er sich beim Einbiegen auf die zweite Runde an vierter und letzter Position wieder. In der engen Halle ist diese Position oft vorentscheidend; so spiegeln die gestoppten 50,28 Sekunden definitiv nicht sein aktuelles Leistungsvermögen wider. Mit etwas mehr Mut beim Angang wäre das Finale absolut in Reichweite gewesen, welches er als Neunter der Gesamtwertung nur um einen einzigen Platz hauchdünn verpasste. Besonders bitter war der Blick auf die Ergebnisliste am Folgetag: Da zwei qualifizierte Läufer nicht angetreten waren, ohne sich abzumelden, blieben Finalplätze ungenutzt – ein Mangel an Fairness, der Mikas Ausscheiden doppelt ärgerlich machte. Seine 200 Meter beendete er mit soliden 22,85 Sekunden.
Eni Kuske in neuen Sphären
Ganz anders verlief das hochklassige Fernduell bei der weiblichen Jugend über die 400 Meter. Eni Kuske reiste zwar mit der deutschen Jahresbestleistung an, musste jedoch im Vorlauf zusehen, wie ihr die Titelverteidigerin Luna Fischer (VfL Eintracht Hannover) mit 54,91 Sekunden diesen Spitzenwert vorübergehend entriss. Im ersten der Zeitfinals stand Kuske somit unter gewaltigem Zugzwang.
Ihr Trainer Marcus Grun analysierte die taktische Meisterleistung: „Wir wussten, dass Eni im ersten Zeitlauf vorlegen muss, um den Druck nach hinten weiterzugeben und zugleich der harten Konkurrenz mit Sophie Liesigk im gleichen Lauf standhalten zu können. Da beide ein ähnliches Angangstempo haben, musste sie an der 150-Meter-Übergangslinie Coolness bewahren und sicherte sich abgeklärt die Führungsposition für die zweite Runde. Dass sie unter diesem enormen Stress ihre Bestzeit so dermaßen pulverisiert hat, war beeindruckend.“
In 54,36 Sekunden schraubte Kuske ihren Hausrekord in neue Sphären. Da Luna Fischer im zweiten Zeitlauf mit 54,54 Sekunden knapp scheiterte, war die Sensation perfekt: Gold für Zirndorf. Während Eni Kuske den Titel als „i-Tüpfelchen“ auf einer ohnehin starken Zeit feierte, blieb für das Team die Erkenntnis, wie nah Erfolg und Pech in der nationalen Spitze beieinanderliegen.
Joomla Gallery makes it better. Balbooa.com






