Deutsche Meisterschaften U16/U20 - Wattenscheid

Deutsche Meisterschaften U16/U20 - Wattenscheid

Vizemeisterschaft, WM-Ticket und eine Schallmauer durchbrochen!


Schon im Vorfeld deutete sich an, dass dieses Wochenende unter besonderen Umständen stattfinden würde. Beide Athleten waren ursprünglich nur fest für die 400 m qualifiziert. Durch den kurzfristigen Ausfall der Süddeutschen Meisterschaften nutzten sie jedoch die verlängerte Meldefrist und holten sich beim Abendsportfest in Erlangen kurzerhand auch noch die Norm für die 200 Meter ab. Dabei verlief die gesamte Saisonvorbereitung gesundheitlich alles andere als ideal. Immer wieder zwickte es, und eine überraschende ärztliche Diagnose hätte das Team leicht aus dem Rhythmus bringen können. Doch sowohl Eni als auch Mika blieben fokussiert und wurden für ihre Disziplin belohnt.

Perfekter Auftakt im Halbfinale
Der Startschuss fiel am Freitag mit den 400m Halbfinals, in denen es direkt um den Einzug in die Finalläufe ging. Beide Zirndorfer Athleten setzten sofort ein dicke Ausrufezeichen und liefen auf den Punkt neue persönliche Bestleistungen. Eni Kuske sprintete nach hervorragenden 53,88 Sekunden ins Ziel und beendete den Tag zudem als Vorlaufsschnellste, während Mika Gutsche die Stadionrunde in starken 49,58 Sekunden absolvierte. Ein Einstand nach Maß, der bewies, dass die Form pünktlich zum Saisonhöhepunkt stimmte.

Mika explodiert im B-Finale
Am Samstag stieg die Spannung im Stadion spürbar an. Mika Gutsche lief sein B-Finale über 400 Meter mutig an, vertraute konsequent seinem Rhythmus und belohnte sich auf der Zielgeraden mit einem gewaltigen Leistungssprung. Mit einer fantastischen Zeit von 48,73 Sekunden war er fast eine Sekunde schneller als noch am Vortag. Dieser couragierte Lauf bestätigt seine Entwicklung eindrucksvoll und katapultiert ihn in die Top Ten.

„Wir wussten aus dem Training der letzten Wochen, was Mika eigentlich draufhat – die Zeiten haben dieses Potenzial längst angedeutet. Dass er das im wichtigsten Moment von seiner ungeliebten Außenbahn aus so mutig und auf sich allein gestellt abruft und diese enorme Leistungssteigerung von fast einer Sekunde zum Vortag auf die Bahn zimmert, zeigt seinen extremen Ehrgeiz“, kommentiert Trainer Marcus Grun den Lauf.

Nervenkrimi und das WM-Ticket für Eugene
Für Eni Kuske war die mentale Last vor dem anschließenden A-Finale enorm. Nach der Enttäuschung im Vorjahr, als sie eine nicht ganz nachvollziehbare Absage für ihren ersten internationalen Einsatz erhielt, stand sie nun unter gewaltigem Druck. Insgesamt vier Athletinnen hatten im Vorfeld die Norm für die U20-Weltmeisterschaften in Eugene in den USA erfüllt, doch nur die ersten beiden des Finales erhalten einen der begehrten Einzelstartplätze. Eni ließ sich vom extrem forschen Angang ihrer Konkurrentin Luna Fischer jedoch nicht beirren. Auf der Gegengeraden lag sie zwar einige Meter zurück, vertraute aber voll auf ihre große Stärke: eine herausragende zweite Rennhälfte. Mit einem fulminanten Endspurt kämpfte sie sich Meter um Meter heran. Nach einem packenden Finish musste sie sich in 53,96 Sekunden nur knapp Luna Fischer geschlagen geben, die nach 53,85 Sekunden ins Ziel kam. Damit krönte sich Eni zur Deutschen Vizemeisterin und löste gleichzeitig das WM-Ticket für die USA!

„Als wir vor knapp zwei Jahren die Zusammenarbeit begonnen haben, hätte ich nicht gedacht, dass wir heute schon an diesem Punkt stehen. Im ersten Jahr musste das neue Trainingskonzept bei Eni natürlich erst anschlagen und sie die gesamte Umstellung verarbeiten. Die Hallensaison lief dann schon absolut perfekt, aber nach dem Trainingslager im Frühjahr mussten wir immer wieder gegen kleinere Blessuren ankämpfen. Beim Warm-up auf dem Nebenplatz vor dem Finallauf war Eni die absolute Entschlossenheit anzumerken – sie wollte dieses Ticket unbedingt.“, zeigt sich Grun freudig.

Der abschließende Sonntag wurde für beide Athleten schließlich zur verdienten Kür. Der Start über die 200 Meter diente als kontrollierter Abschluss des Meisterschaftswochenendes und war gleichzeitig ein Pflichttermin zur Erfüllung der Kadernorm. Mika Gutsche lief die halbe Stadionrunde in 22,32 Sekunden, während Eni Kuske nach 24,42 Sekunden im Ziel stoppte. Beide blieben damit nur knapp über ihren Bestzeiten, da es an diesem Tag nicht mehr um das maximale Risiko, sondern um ein sauberes Durchlaufen ging, um ein ohnehin überragendes Wochenende perfekt abzurunden.

Ein Ort für die Geschichtsbücher
Bochum-Wattenscheid war für die Zirndorfer ein Ort, der noch lange in Erinnerung bleiben wird. Zusammen mit Amelie Giese, die bereits am vergangenen Wochenende bei den U18-Meisterschaften ihr Ticket für die Europameisterschaften gelöst hatte, verfügen die Zirndorfer Leichtathleten nun über zwei Athletinnen, die den Verein in diesem Sommer auf internationaler Bühne repräsentieren dürfen.

Der Verein ist stolz auf die erbrachten Leistungen und blickt voller Vorfreude auf die internationalen Aufgaben!

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